четверг, 25 августа 2011 г.

Meine kleine Geschichte in Deutsch



Der umgestülpte Stepan Petrowitsch

          Eines Tages beschloss Stepan Petrowitsch, seine andere Seite zu zeigen. Und warum auch nicht? Alle laufen in sich gekehrt rum, aber Stepan Petrowitsch wird sich umgestülpt zeigen. Er schnallte den Gürtel enger, damit das Gedärme nicht runter fällt, und bedeckte sein Gehirn mit einer Badekappe für den Fall, dass es regnen sollte.
          So ging Stepan auf die Straße und sah dort einen Nachbar auf der Bank sitzen.
- „Wie kannst du dich so auf die Straße trauen?“, fragte der Nachbar. Dein ganzes Eingeweide ist jetzt draußen.
- Na und? Alle sollen das sehen. Es gibt doch sonderliche Menschen, die seine inneren Organe nie gesehen haben. Lass sie sich wenigstens meine angucken.
          Er marschierte die Hauptstraße entlang, lächelte mit dem entblößten Zahnfleisch und presste seine Zunge mit dem Finger an, damit sie nicht runter hängt. Denn Zunge zeigen wäre doch fläzig.
 Die Straße war voller Leute, doch niemand guckte ihn an. Einige haben Zeitung gelesen, die anderen schrieben SMS und manche haben sich einfach geküsst. "Was ist bloß los?" dachte Stepan - "Interessiert es überhaupt keinen, dass ich mich hier umgestülpt zeige?". Das Herz von Stepan Petrowitsch trommelte beleidigt und spritzte mit seinem Blut eine Frau im schönen schneeweißen Kleid voll.
          „Du Bastard!“, - schrie die Dame Stepan Petrowitsch wütend an und schlug mit aller Kraft, ohne ihn auch nur kurz anzusehen, auf seine Nieren mit ihrem Regenschirm zu. Das Nierenbecken klebte an dem Regenschirm fest.
            Geben Sie mir, bitte, mein Nierenbecken zurück! – forderte Stepan Petrowitsch besorgt.
           Was für ein unverschämter Grobian! – die Dame regte sich noch mehr auf und stieß mit der gleichen Waffe sein Augapfel aus.
Der umgestülpte Mann beschloss, diese Dame nicht mehr zu belästigen. Vielleicht hatte sie heute einen schweren Tag? Das Zahnfleisch lächelte wieder, Stepan presste die Zunge an und machte sich auf den Weg, um jemanden anderen Freude zu machen.
An der Ecke küsste sich ein Pärchen. Stepan Petrowitsch freute sich über das junge Glück bis ins Mark. Verliebte Menschen zu sehen machte ihn immer glücklich. Er verspürte den starken Wunsch das zu demonstrieren, trat dazwischen und zeigte dem Paar seinen frohlockenden Knochenmark. Das Mädchen fiel in Ohnmacht, und der Kerl flüchtete voller Entsetzen.
            Jetzt wurde Stepan Petrowitsch richtig besorgt.
- Junge Frau! Kommen Sie zur Besinnung! Was ist mit Ihnen los? Soll ich vielleicht einen Krankenwagen rufen?
Das Mädchen kam wieder zu Bewusstsein: "Was für eine Missgeburt! So was Hässliches habe ich noch nie gesehen! ". Das Opfer sprang auf und lief ihrem Freund nach.
           Auch mit den anderen Stadtbewohnern hatte Stepan Petrowitsch kein Glück. Die alte Oma drohte an, die Polizei zu rufen. Die Jungs, die von der Schule zurück kamen, haben Stepan mit Steinen beworfen. Und die Straßenhunde haben ihm sogar seine Leber und Milz abgerissen.
          Der umgestülpte Mann schaffte es kaum nachhause. „Nein, ich werde mich nie wieder und für nichts auf der ganzen Welt umgestülpt zeigen! Anderen habe ich damit keine Freude gemacht und sich selbst geschadet. Und gerade in dem Moment, als er in seinen normalen Zustand zurückkehren wollte, kam seine Frau durch die Tür. Erstarrt vor Verwunderung blieb sie an der Schwelle stehen und konnte kein Wort sagen.
            Gleich, gleich, meine Liebe! Erschrecke dich nicht! Ich wechsele bereits die Seite.
- Nein, warte! Lass das. Lass mich dich angucken.
Stillschweigend bestaunte sie ihren Mann.
- Stjopanyka… Liebster. Seit Jahren sehe ich dich jeden Tag an und erst heute erfahre ich, was für eine elegante Bauchspeicheldrüse du hast! Was für eine grazile Kurve deine Oberschenkelschlagader hat! Wie stolz sich deine Speiseröhre auf deinem Magen erhebt! Und was für eine Lymphe! Wie der Amazonas fließt sie langsam und würdevoll durch den Kontinent deines Körpers! Und das Blut! Und der kleine Hammer mit dem Schmiedestock in deinem Ohr! Wie schön du doch bist! Sei, bitte, öfter für mich umgestülpt.